Wassersäulenmaschine

Geschichte der Wassersäulenmaschinen

(1)Ursprünglich kamen die sogenannten Wassersäulenmaschinen aus den Bergwerken. Sie waren in den Förderschächten eingebaut, um dort das Grund– und Sickerwasser herauszupumpen. Der Druck einer Wassersäule trieb die mit großen Kolben und Zylindern ausgestattete Maschine an. Schon 1731 hatten sich der französische Geistliche Denisard de la Douaille mit dem Bau von Wassersäulenmaschinen befasst. Seine Maschine hatte nur eine Kolbenstange mit zwei hintereinander angeordneten Kolben mit unterschiedlichen Kolbendurchmesser.

Der große Kolben ist der Antriebskolben, der kleine Kolben der Pumpkolben. Belidor beschrieb 1739 die Maschine im Detail, trotzdem blieb sie unbeachtet, denn am Übergang zum 18. Jahrhundert arbeitete man an neuen Energiemaschinen. Versuche mit Christopher Polhems  Druck- und Vakuummaschine führten zu keinem Erfolg. Der Artilleriemajor Georg Winterschmidt (1722-70) entwickelte Polhems Technik weiter.1747 schlug Winterschmidt dem Bergamt Zellerfeld vor, seine Wassersäulenmaschine in das Bergwerk einzubauen. Die Maschine macht technische Schwierigkeiten, da statt Luft Triebwasser verwendet wurde. Dieses war inkompressibel, deshalb lief die Maschine sehr hart und erzeugte sehr starke Erschütterungen. Er verbesserte dann die Zweizylinder-Maschine und hatte Erfolg.

Aus der neuen Maschine , die James Watt im Harz gesehen hatte, entwickelte er die Dampfmaschine die bedeutend elastischer und schneller lief. Weitere erfolgreiche Maschinenbauer waren C.F. Braedel (Freiberg) und J.C. Jordan (Claustal) sowie Georg Reichenbach (Berchtesgaden).  Mit Erfolg wurde eine Wassersäulenmaschine als Orgelantrieb eingesetzt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts baute man kleine und billige Wassermotoren, die geradlinige Bewegung des Kolbens in eine Drehbewegung umsetzen (zB. Mielewaschmaschinen 1914 /1948). Sie wurden mit dem Druck des Trinwassernetzes angetrieben. Eine moderne Variante der Wassersäulenmaschine baut Herr Buntschu in der Schweiz. Statt Stahlkolben und Stahlzylinder baut er, je nach Leistung, verschiedene Gummibalge ein. Diese sind gegenüber den Kolben mit Stopfbüchsen wasserdicht.

Die Lambachpumpe wird oft mit dem Widder verwechselt.

Siehe Kapitel : Hydraulischer Widder