Restauration Lambachpumpe

Restaurationstagebuch Lambachpumpe

 

Foto: H. J. Janetzko – Typenschild der Lambachpumpe 2007 Expertenbesuch seitens der Denkmalbehörde in der Lambachpumpenstation

 

Foto: H. J. Janetzko – Im Bild: v. li. Dr. Fekete, Dr. Münzenmaier und H. J. Janetzko


Juli 2008 – Das Projekt Lambachpumpe wird in Angriff genommen

Die Gemeinde Auenwald , Gemeinderat und Bürgermeister Ostfalk unterstützen das Projekt durch einen finanziellen Zuschuss:

Wasserspezialist und Bauingenieur, Heiko Weber und H.J. Janetzko haben einen mehrseitigen Erläuterungsbericht erstellt und diesen der Gemeindeverwaltung Auenwald und der Denkmalbehörde überreicht. Diese Maßnahme war die Grundvoraussetzung für Beginn und Bezuschussung der Aktion.

Foto: H. J. Janetzko – Planungsstab um Heiko Weber (3. v.li.). Das Projekt wird von der Denkmalbehörde Ref. 25 zur Restauration freigegeben

Wir können beginnen!

Wassermeister der Gemeinde, Herr Lutz, trennt die Maschine vom Trinkwassernetz! Der Quellwasserzulauf wurde bei der Außerbetriebnahme in den 50er Jahren abgestellt. Der Triebwasserauslauf wurde aber nicht abgeblockt, dadurch stand die Maschine immer noch unter leichtem Wasserdruck. Das dadurch eingepresste Quellwasser fror im Winter und sprengte das Steuergehäuse. Schuld waren die kaputten Fenster und defekte Stahltür, durch die die eisige Kälte eindrang.

14. Juli 2008 Eine Gruppe von BVE Mitgliedern- Hubertus Janetzko, Jens Gommel und Marius Janetzko haben den Eingang der Pumpstation von Waldboden, Steinen und Erdmatsch freigelegt und eine kleine Entwässerungsrinne angelegt.

Foto: H. J. Janetzko

 

Foto: H. J. Janetzko – Der Eingang wird freigelegt

 

16. Juli 2008 Paul Schübler, Jens Gommel und Hans Josef Janetzko haben begonnen, systematisch die Teile der Lambachpumpe mit Rostlöser einzusprühen und die Schlagwelle mit den Lagerböcken zu demontieren. Viele Schrauben der Steuereinheit ließen sich ohne Zerstörung noch gut lösen und wurden gesichert. Die demontierten Teile werden bei der Firma Böhret zur Bearbeitung gelagert.

Foto: H. J. Janetzko – Paul und Hans Josef bauen die Steuerung aus.

28. August 2008  Inzwischen wurde die mechanische Ventilsteuerung ausgebaut und unter großen Krafteinsatz den steilen und rutschigen Trampelpfad herunter transportiert.

Foto: H. J. Janetzko – Hans Josef und Paul sichern die gusseiserne Steuerplatte

 

Foto: H. J. Janetzko – Jens, Marius und Tobias versuchen gemeinsam die stählernen Schieber auf dem steilen und rutschigen Trampelpfad hinunter zu transportieren

18. September 2008 Jens, Hubertus und Hans Josef sind im Arbeitseinsatz. Es wurde eines der schwersten Maschinenteile, das hintere Seilumlenkelement demontiert.

24. September 2008 Tobias Laipple und Hans Josef konnten den schweren Ventilblock und die Umlenkeinheit demontieren.

2. Oktober 2008 Das stellvertretende Vorstandsmitglied und Direktor des Bereichs Unternehmenssteuerung der Kreissparkasse Waiblingen, Herr Norbert Kleinle hat am Donnerstag einen Scheck zur Finanzierung der Restaurierungskosten im Beisein von Bürgermeister Herr Karl Ostfalk und Herrn Schif sowie den Vertretern des BVE, Vereinssprecher Andreas Pickermann, Kassier Sascha Ebinger, Mitglied Hubertus Janetzko und dem Leiter der Gruppe Heimatpflege und Initiator des Projekts “ Lambachpumpe“ Hans Josef Janetzko, überreicht.

Die Höhe der Spende beträgt 4.800€.
Herr Kleinle lobte bei der Übergabe des Schecks in der historischen Lambachpumpstation die Aktivitäten der BVE- Gruppe Heimatpflege und hob die sorgfältige und detaillierte Dokumentation des eingereichten Antrags an die Stiftung der Kreissparkasse hervor.

Die Gemeinde Auenwald hat den gleichen Betrag in Höhe von 4.800€ in Aussicht gestellt.

Foto: H. J. Janetzko – Von links: BM Karl Ostfalk, Kassier Sascha Ebinger, Vertreter der SKW H. Norbert Kleinle, Vorstandssprecher Andreas Pickermann, Projektleiter H. J. Janetzko



Hauptsponsor :


Dank gilt der Stiftung der Kreissparkasse Waiblingen, die das Restaurierungsprojekt finanziell unterstützt.

Dank gilt auch der Gemeinde Auenwald, die das Projekt finanziell und mit Sachmitteln unterstützt. Die Firma Böhret in Auenwald/Hohnweiler stellt in ihrer Werkstatt dankenswerterweise eine Fläche zum Zwischenlagern und Restaurieren der Lambachpumpe zur Verfügung.



15. Oktober 2008, Mittwoch –   Bei relativen trockenen Wetter treffen sich, Hubertus Janetzko, Daniel Gabel, Jan Wilging, Marius  Janetzko und  und Hans Josef im Däfernwald, um die Demontage der Lambachpumpe fortzusetzen. Die demontierte ca. 20 kg schwere hintere Umlenkung der Lambachpumpe transportieren wir aus der Pumpenkammer und lagern sie auf einem Holzschlitten, um sie den Hang hinabzuziehen. Gemeinsam lagern wir den schweren Ventilblock um, um das gusseiserne Zulaufrohr zu entfernen. Geteilt lässt sich die schwere Metallkonstruktion leichter aus der Betonkammer transportieren. Auch diese massiven Teile werden mit dem Hilfsschlitten und Seilgurten Richtung Anhänger hinabgezogen. Alle packen zu, um die ca. 60 kg schwere vordere Seilumlenkung mit Zahnsegment und Welle vom Pumpengestell zu hieven. Auch diese Antriebsteile werden gemeinsam zum Anhänger 70m abwärts transportiert. Mit Abschluss dieser Aktion transportieren wir alle Teile in die Werkstatt zur Fa. Böhret.

Foto: H. J. Janetzko – Antrieb- und Umlenkeinheit des Gegengewichts ist zum Abtransport bereit

 

Foto: H. J. Janetzko – Jan bei der Demontage der alten Triebwasserleitung

 

Foto: H. J. Janetzko – Umladen des Umlenkungs- und Zahnsegmentsantriebs auf den Bergeschlitten

 

Foto: H. J. Janetzko – Hubert und Jan schleppen bei Einbruch der Dunkelheit die Antriebsteile zur Verladung

 

29. Oktober 2008, Mittwoch Daniel und Hans Josef demontieren die U-Stahlträger, die die Steuerungs- und Lagerelemente aufnehmen.
03. November 2008, Montag, Um die Demontage der beiden Zylinder- und Kolbeneinheiten fortzusetzen, entfernt Hans Josef durch wuchtige Hammerschläge die Quertraverse über der metallischen Rohrstütze über dem Pumpenzylinder. Nun wird versucht die Zylinder von den Kolben gängig zu machen. 2 Dosen WD 40 werden eingesetzt, das zum nächsten Demontagetermin seine rostlösende Wirkung zeigen muß.
13. November 2008, Donnerstag Hubertus und Hans Josef lösen den oberen Stopfbüchsenring und lockern den Pumpzylinder vom Kolben. Dabei gehen zwei festsitzende Stehbolzen zu Bruch. Anschließend demontieren sie die große Stopfbüchse des 400er Hauptzylinders. Leider ist die Konstruktion zu schwer, um sie durch Abheben zerlegen zu können. Es muss bis zum nächsten Arbeitseinsatz überlegt werden, mit welcher Methode und Hilfswerkzeugen die Restmaschine zerlegt werden kann. Auf jedenfall soll die Maschine vor dem Wintereinbruch geborgen werden.
10. Dezember 2008, Treffpunkt: ist die Werkstatt bei der Firma Uwe Böhret in Hohnweiler. H.Blumer , Metallrestaurator der Denkmalbehörde gibt Vorschläge für die fachgerechte Behandlung und Aufarbeitung der Stahl- bzw. Gußteile.
08. Januar 2009, Inzwischen liegt etwas Schnee und die Restmaschine konnte noch nicht geborgen werden. Hans Josef schaut sich die Konstruktion in der Kammer nochmals an und entwickelt eine Methode, um den Trinkwasserzylinder abzuheben. Hilfswerkzeuge für die Demontage des Pumpzylinders werden für die nächste Aktion vorbereitet.
15. Januar 2009, Eine Gruppe von freiwilligen Helfern trifft sich in der Pumpstation um den Pumpzylinder abzuheben. Hubertus, Marius, Bernhard und Hans Josef können mit der vorbereiteten Vorrichtung den schweren Zylinder abheben und zum Abtransport bereitlegen

Foto: H. J. Janetzko – Mit der entsprechenden Technik klappt das Abheben des Zylinders.

Der Kolben wird etwas vom Rost befreit und der Stopfbüchsenring entfernt. Schwierigkeiten machten die korrodierten Schrauben  im Arbeitskolben, die die Seilhalterungen festhielten. Mit gemeinsamer Strategie gelang es die Befestigungen zu lösen und den Kolben abzuheben. Aufgrund der einbrechenden Dunkelheit musste die weitere Arbeit eingestellt werden.

Foto: H.J. Janetzko – Es ist geschafft – der Pumpzylinder ist entfernt.

 

Foto: H.J.Janetzko – Verbissen und hochkonzentriert befreit Bernhard den Pumpkolben von Rost.

 

Foto: H. J. Janetzko – Hubertus befreit den Stopfbüchsenring des Pumpkolbens und versucht ihn zu lösen.

 

Foto: H.J.Janetzko – Hubertus sichert die alte verrostete Blechtür als Muster für den Nachbau.

 

Foto: H. J. Janetzko – Wasser, das unter dem Eingang hervortritt, wird durch eine Drainage weggeleitet.

 

Foto: H. J. Janetzko – Jens, Marvin und Florian im harten Arbeitseinsatz.

 

Foto: H.J.Janetzko – Neue Tür und neue Fenster sind eingesetzt. Jetzt kann die LP wieder eingebaut werden.


In den letzten Monaten haben Rainer, Hubertus

und Hans Josef alle Teile der Maschine nachgearbeitet.

Foto: H. J. Janetzko

 

Foto: H. J. Janetzko

 

Foto: H. J. Janetzko – Ein neuer Pumpenventilsatz wurde nachgebaut.

 

Foto: H. J. Janetzko – Die Steuerwelle wird auf die Steuerplatte montiert. Davor Zahnstangenführung, links und rechts Führungen der Ventilsteuerstangen.

 

Foto: H. J. Janetzko – Zur Funktionsprüfung bauten Rainer und H.J. einen simplen Prüfaufbau in der Werkstatt, auf um alle Steuerfunktionen zu testen.


Halbzeit!

 

Es ist geschafft :
Die restaurierten Teile wurden von Rainer Krauter, Hubertus und Hans Josef Janetzko
im Oktober in der  Werkstatt der Firma Böhret auf 8 Paletten gepackt und in die LP-Station
transportiert.  Das Gesamtgewicht der Maschinenteile beträgt über 1 Tonne.
Zugleich montierten R.Krauter und H.J.Janetzko einen Flaschenzug

in der Pumpstation, um eine leichte und sichere Montage zu ermöglichen.

Foto: H. J. Janetzko – Transport der Maschinen durch den Wald

 

Foto: H. J. Janetzko – Die Seilumlenkung ist an der Station angekommen

 

Foto: H. J. Janetzko – Zwischenstopp mit dem PK-Zylinder.

 

Foto: H. J. Janetzko

 

Geschafft! Gratulation, alle Maschinenteile sind nun wieder in der Station.

 


Eine weitere Aufgabe ist das Suchen, Finden und Freilegen der Steigleitung.

Dazu musste die Lage und Richtung der Steigleitung gesucht werden.
Die Position des oberen Kontrollschachtes ist bekannt.
Nach Demontage des Wasserauslaufventils im oberen Kontrollschacht stellen wir fest,
dass es keine Verbindung zwischen dem Schacht und der Lambachstation
mehr gibt. Es gibt eine Unterbrechung durch die elektrische Pumpstation.

Grund ist , durch den Bau der oberen elektrischen Pumpstationwurde die Steigleitung der Lambachpumpe unterbrochen.
Die Steigleitung zum Hof Knödler ist noch vorhanden. Sie wurde für die el. Pumpstation benötigt.
Mit einem Minibagger suchten und fanden wir das obere Ende der Steigleitung.

Foto: H. J. Janetzko – Holger mit Minibagger

 

Foto: H. J. Janetzko – Holger Seifert und Steffem Klotz im Einsatz. Im Hintergrund el. Pumpstation

 

Foto: H. J. Janetzko – Wo sind denn die Leitungen?

 

Foto: H. J. Janetzko – Geländeschnitt mit freigelegten Leitungen.

 

Foto: H. J. Janetzko – H.J. flext ein Stück der Leitung heraus.

 

Foto: H. J. Janetzko – Eine Auslaufgarnitur ist angefertigt.

 

Foto: H. J. Janetzko – Rainer prüft den Auslauf

 

Foto: H. J. Janetzko – Die Auslaufgarnitur ist montiert.

 

Sofort lassen wir Wasser zur Station hinunter laufen – Der Test ist erfolgreich.

Nun beginnt der Zusammenbau

Foto: H. J. Janetzko – T-Rohr und Systemtrenner sind montiert. Die Wasserversorgung ist wieder komplett.

 

Foto: H. J. Janetzko – Rainer packt den Arbeitskolben aus, der an einem von ihm konstruierten Decken- Kettenzug hängt.

 

Foto: H. J. Janetzko – LP ohne Steuerung

 

Foto: H. J. Janetzko – Montage der Steuerstangen

 

Foto: H. J. Janetzko – Lp komplett noch ohne Anschlussleitungen.

 

Foto: H. J. Janetzko – Die Vordachträger werden montiert.

 

Foto: H. J. Janetzko – Station mit neuem Entlüftungsrohr und Vordachträger.

 

Foto: H. J. Janetzko – Montiertes Schutzdach. Es verhindert im Winter das Verschneien des Eingangs.

 

20. Oktober 2011Die letzten Leitungen, Steuergehäuse zur Pumpe und von der Pumpe zum Flansch der Steigleitung, werden an die Lambachpumpe montiert und verpresst.

 

Foto: H. J. Janetzko

 

Foto: H. J. Janetzko

 

Die Maschine ist komplett und kann jetzt eingestellt und „unter Wasser“ gesetzt werden. Leider ist eine Schweißstelle am Systemtrenner undicht. Das Flanschrohrstück zwischen dem Systemtrenner und dem Steuergehäuse muss neu angefertigt werden. Kein Problem.

 

Foto: H. J. Janetzko

 

Die Station wird nun zur statischen Abnahme durch die Denkmalbehörde vorbereitet. Dr. Harscher, Vertreter der Denkmalbehörde überzeugte sich von der Umsetzung der Restaurierungsmaßnahme. Weitere Arbeiten liegen noch an. Inzwischen ist die Station in den Landschafts -und Kulturweg eingegliedert. Die Lambachpumpe läuft noch nicht einwandfrei. Durch Hohlbohren des Kontergewichts wird der Lauf der Maschine auf den ververänderten Wasserdruck abgestimmt. Nun endlich läuft die Lambachpumpe zur Zufriedenheit des Teams Rainer Krauter, Hubertus und Hans Josef Janetzko. Die restaurierte Lambachpumpe baut nun einen Wasserdruck von ca.9 bar auf. Das sind ca. 90 m Wassersäule. In der Realität kann die vorhandene Steigleitung mit einer Länge von nur rund 80 m benutzt werden, weil durch die elektrische  Pumpstation 1956 die Steigleitung unterbrochen wurde. Die Düse am Ende der Steigleitung (25m WS) zeigt optisch durch eine Wasserfontäne den Arbeitsdruck der Maschine an.  Ein Steinbrunnen vor der Station symbolisiert die örtlichen Verbraucher im Dorf Lutzenberg.


Die Vision 2006 und damals noch weit entferntes  Ziel – Erhalt , Restaurierung und Funktionalität der 1928 erbauten Lambachpumpstation, wurde durch den Teamgeist und Einsatz vieler Vereinsmitglieder des BVE und Sponsoren erreicht.

Vielen Dank.

Hans Josef Janetzko, Auenwald 2012, Projektleiter Bürgerverein Ebersberg e.V. Gruppe Heimatpflege




Eine zweite Lambachpumpanlage wird aufgestellt

 

Oktober 2012, Der Bürgerverein Ebersberg konnte eine zweite Lambachpumpe 2008 von der Stadt Murrhardt käuflich erwerben. Es ist ein Typ E 400. Eingesetzt war diese Maschine zur Versorgung des Ortes Mettelberg bei Fornsbach. Sie diente lange als Restaurierungsvorlage.

Lambachpumpe E 400 mit Schutzdach

 

Nach Abschluss des Mastwiesenprojektes wurde nach einem guten Standort für die zweitePumpe gesucht. Mit Unterstützung von BM Ostfalk wurde der Standort am Asang geplant. Günstig anzufahren und Hindernisfrei zu besichtigen. Die Mastwiesenmaschine muss von der Drehscheibe ca. 600 Meter angelaufen werden und noch 93 Stufen bewältigt werden.

Das schafft nicht jeder Besucher.

Lambachpumpe mit Betonsockel

 

Projektteam

 

Wir danken den Sponsoren:

  • Stiftung der Sparkasse Waiblingen
  • Gemeinde Auenwald
  • Firma Uwe Böhret
  • Firma Adolf Kleinknecht-Andreas Kleinknecht
  • Firma Rogatti
  • Firma Kengeter- Holger Seifert