Hydraulischer Widder

Der Widder – eine Wassersäulenmaschine

Wie ist die Wirkungsweise des hydraulischen Widders?
Er ist mechanisch einfacher aufgebaut als die Lambachpumpe. Der Widder oder Stoßheber, auch Hebemaschine genannt, nutzt die Kraft des Gefälles einer Wassersäule aus, um einen kleinen Teil des durchfließenden Wassers (ca.<30%) mit Hilfe von zwei Ventilen (Sperr- und Steigventil) und einem Windkessel stoßweise in einem Steigrohr in die Höhe zu drücken. Je stärker der Druck des durchfließenden Wassers, um so größer die gehobene Wassermenge bzw. um so höher läßt sich das Wasser heben.

Die Gebrüder Montgolfier, als Erfinder des Heißluftballons bekannt geworden, konstruierten 1797 den hydraulischen Widder. Er ist einfach gebaut, billig im Unterhalt und langlebig.

Widder werden auch heute noch gebaut. In Europa beschränkt sich ihre Anwendung auf die Wasserversorgung abgelegener Berghütten und Gehöfte, wo die Installation von elektrischen Versorgungsleitungen zu aufwendig ist.

Der Widder kann Wasser bis zum 20fachen des Arbeitsgefälles fördern. Der Wirkungsgrad beträgt dann etwa <15 %.

Foto 1: Hubertus Janetzko – Reste der Widderwasserversorgung im strömenden Wasser.

Doppelte Widderanlage (die abgebildeten Widder sind freundlicherweise als Dauerleigabe seitens der Gemeinde Großerlach/Grab der Gruppe Heimatpflege im BVE übergeben worden). Das Zuleitungsrohrsystem ist zerstört. Die Widder sind nicht mehr funktionsfähig, da die Schlagventile festgerostet und verkalkt sowie Triebsperrventile kaputt sind.

Foto 2: Hubertus Janetzko – Im Vordergrund ist das federlose Schlagventil (Sperrventil ) sichtbar, dahinter befindet sich das ca. 1,70m hohe Druckgefäß mit einem Entwässerungs- bzw Belüftungsventil. Meist besitzen die Widder ein federvorgespanntes Sperrventil (hier ohne). Der abgebildete Widder steht wegen der oszillierenden Vibrationen lose auf dem Sockel.

Wie sagt der Volksmund zum Widder?

Das Schließen des Sperrventils verursacht ein deutlich hörbares Schlagen „Blobb“ , deshalb kann man das Arbeiten eines Widders, der in einem gemauerten Schacht oder Kammer steht, von weitem vernehmen. Dieses Geräusch erinnert an einen Schuhmacher, der Nägel in den Schuh einschlägt. Der arbeitende Widder wird darum in manchen Gegenden im Volksmund auch als „emsiger Schuster“ bezeichnet. In Schlichenweiler/Gemeinde Althütte war jahrzentelang ein Widder zur Versorgung des Hofes Schlichenweiler im Einsatz. Aufgrund seines schlagenden Geräusches nannte man ihn dort das Klöpferle.

Am 8. Juli 2016 hat die Arbeitsgruppe „Widder“ die Verladung, Transport und Aufbau des Hochleistungswidders durchgeführt.

Beim  verladen des Widders

 

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Anfahrt mit geländgängigen Traktor

 

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Transport den Waldhang hinab

 

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Widderstandort                             Arbeitsgruppe „Widder“

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                         Widder gestrichen mit Schutzmauer

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                                                                        Widder mit Stossventil

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                                                                 Triebrohr mit Schnüffelventil

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                                                                           Gesamtanlage

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Der Widder (statisch) steht nun als technisches Denkmal an der Seite der Lambachpumpanlage.

In der Realität stehen die die Widder in frostsichere Bunker.